Von:
Hans Christian Brandy

e-glaubensbekenntnis.de

Glauben ist etwas sehr Persönliches. Denn Glauben bedeutet Vertrauen auf Gott und meint eine persönliche Beziehung. Jeder und jede drückt das auf eine eigene Weise aus. Im Sprechen, im Feiern und Tanzen, im Singen und Beten, im Gottesdienst, in der Mitarbeit in der Gemeinde, im diakonischen und sozialen Engagement für andere. Den Glauben zu bekennen, das geschieht persönlich und mit allen Sinnen.

Den Glauben zu bekennen, das geschieht auch durch Worte. Da geht es um die Inhalte des Glaubens. Christen haben ihren Glauben immer auch durchdacht und zur Sprache gebracht. So weiß der Glaubende, worauf er sich verlässt, und er kann sich mit anderen darüber verständigen. Denn christlicher Glaube ist auch etwas Gemeinschaftliches.

So sind schon früh die Glaubensbekenntnisse der Kirche entstanden. Kurze Formeln gibt es bereits im Neuen Testament selbst, etwa Markus 8,29: "Du bist der Christus (also der Gesalbte Gottes)". In den meisten Gottesdiensten wird heute das sogenannte apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen, das aus dem 2. Jahrhundert stammt. Manchmal, besonders zu den hohen Festen, ist es auch das Bekenntnis von Nicäa aus dem 4. Jahrhundert. Wenn das Glaubensbekenntnis gesprochen wird, dann gibt es nicht nur eine Lehre wieder, sondern dann wird es selbst zum Gebet, dann stimmt es Lob Gottes an.

Die Bekenntnisse bezeugen den einen Gott der Bibel. Und sie formulieren Antworten auf die Frage, was es bedeutet, dass die Bibel Jesus Christus als menschgewordene Liebe Gottes bezeugt, und den Heiligen Geist als Kraft, in der Gott selbst uns befreit und begeistert. Darum sind die meisten Glaubensbekenntnisse dreiteilig aufgebaut und bekennen den dreieinigen Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist.

Jede Zeit hat auf ihre Weise den Glauben bekannt. Bis heute wichtig sind in der evangelischen Kirche die Bekenntnisse aus der Zeit der Reformation. Eindrücklich haben Christen der Bekennenden Kirche ihren Glauben im Widerspruch gegen den Nationalsozialismus formuliert in der Theologischen Erklärung von Barmen (1934).

Bis heute sind Christen immer wieder neu gefragt, ihren Glauben zu bekennen und auch zu formulieren. Sie tun das in der Bindung an die alten Glaubensbekenntnisse und vor allem an die Bibel. Aber es geht nicht darum, Formeln vergangener Zeiten einfach nachzubeten. Vielmehr gilt es, immer wieder zu fragen, wie der Glaube in der Sprache und im Denkhorizont unserer Zeit ausgedrückt werden kann. Christen sind immer neu gefragt, das zum Ausdruck zu bringen – gemeinsam als christliche Kirche, und zugleich sehr persönlich.